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Yoga Begriffe
Häufige oder wichtige Begriffe und Namen im Yoga, die meisten aus der alten indischen Sprache des Sanskrit (der Einfachheit halber alle Begriffe in Kleinschrift):

asana Sitz-/Körperhaltung

Definition von asana gemäss Patanjali: Der Sitz sei fest und angenehm.

asram Einsiedelei, Kloster; auch Lebensstadium

astanga achtgliedrig

astanga-yoga oder astanga-marga: Der achtgliedrige Yogaweg des Patanjali in den Yoga Sutras

aum / om der absolute Laut, Urlaut, aus dem das ganze Universum geboren wurde und in den es wieder eingeht

atman Einzelseele, „Selbst“

avatara Inkarnation (eines Gottes oder befreiten Menschen)

bandha Verschluss, Muskelkontraktion zur Fixierung der Lebensenergie im Körper

bhagavad gita wörtlich „Lied des Erhabenen“
Teil des grossen indischen Volksepos Mahabharata. Unterweisung (Gesang) durch Krishna (Erhabener) unmittelbar eines bevorstehenden Kampfes. Sein Schüler Arjuna lehrt den Weg des rechtens Handelns. Ca. 500 vor Christus

bhakti Verehrung, Liebe

bhakti-yoga: Yoga der liebenden Hingabe oder der selbstlosen Liebe.
Einer der vier grossen Yoga-Wege.

buddha Erwachter, Befreiter

Der Buddhismus geht auf Siddharta Gautama zurück, um 500 vor Christus.
Buddha lehrte den mittleren Weg zwischen Askese und Hingabe an die Sinnesfreuden in den Vier Edlen Wahrheiten und im Edlen Achtfachen Pfad

brahman - der brahman: Schöpfer-Gott
- das brahman: absolutes Sein. Höchstes
unpersönliches Prinzip

chakra Rad, Kreis, Energiezentrum

Zentraler Begriff im Tantrismus. Bekannt sind sieben Chakras im Menschen, die gereinigt werden müssen, damit die Kundalini durch sie aufsteigen kann.

Desikachar T.K.V. Desikachar: Sohn von Krishnamacharya, begründete den heutigen Viniyoga. Gründete in Madras/Südindien das Yoga Institut Krishnamacharya Yoga Mandiram.

dharma (religiöse) Pflicht

Iyengar B.K.S. Iyengar: Indischer Yogalehrer, geboren 1918. Er eröffnete 1975 das Ramamani Iyengar Memorial Yoga Institute in Poona/Indien. Der fordernde Unterricht - häufig unter Verwendung von Hilfsmitteln wie Gurte oder Klötze - wird heute vorwiegend von Tochter Geeta und Sohn Prashant geleitet. Autor zahlreicher Yogabücher.

karman Handlung, Tat

karma-Yoga = Yoga des Handelns. Prinzip der Vergeltung unserer Taten.
Einer der vier grossen Yoga-Wege.

Krishna 8. Inkarnation des Gottes Vishnu. Protagonist in der Bhagavad Gita. Krishna erläutert seinem Schüler Arjuna verschiedene Yoga-Wege über das richtige Verhalten

Krishnamacharya Prof. Sri T. Krishnamacharya: Langjähriger Yogalehrer in Madras/Südindien. Prägte den gesamten Yoga des 20. Jahrhunderts in Indien und im Westen. Hat mit vielen Tabus im Yoga aufgeräumt. Iyengar, Indra Devi und andere bekannte Lehrer zählten zu seinen frühen Schülern.

kundalini weibliche Kraft, Energie, “Schlangenkraft” im Tantrismus. Göttliche Energie, Shakti, ruht am unteren Ende der Wirbelsäule. Symbolisiert die spiritelle Suche des Menschen. Shakti sehnt sich danach, sich mit Shiva (mit Sitz im Scheitelpunkt) wieder zu vereinen. Wird die kundalini mittels der Techniken des Yoga (oder auch spontan) erweckt, beginnt sie über den Hauptkanal in der Wirbelsäule (susumna nadi) aufzusteigen und strebt dem Scheitelpunkt zu, wo sie sich mit Shiva (reines Bewusstsein) erneut vereinigt. Die Welt löst sich in ihrer bisherigen Form auf, der betreffende Mensch tritt in einen veränderten Bewusstseinszustand, samadhi, ein. Er erlebt sich als eins mit der Welt und dem Göttlichen.

kriya - Reinigungstechnik im Hatha Yoga
- Yogatechnik bei Svami Yogananda

lotos Die Lotusblüte ist in Indien ein weit verbreitetes Symbol. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie alleinsteht und nur eine einzige Blüte hervorbringt. Wie die meisten anderen Blumen ist sie Zwitter, d.h., die weiblichen und männlichen Energien bestehen in ihrem Inneren nebeneinander. Symbol der Reinheit, Schönheit und der spirituellen Entfaltung.

mandala Kreis, Scheibe. Tantrisches kreisförmiges Meditationsbild mit verschiedenen Formen und Symbolen sowie Darstellungen von Gottheiten.

mantra Wort, Silbe, heiliger Klang

Mystische Formel bestehend aus einem oder mehreren Buchstaben. Wird während einer Handlung oder Meditation wiederholt aus- oder innerlich gesprochen. Wird einem Eingeweihten oft vom Guru vermittelt. Berühmtestes Mantra ist "om".

mudra wörtlich “das was Freude macht”, Zeichen, Siegel
Symbolische Finger-, Augen- oder Körperhaltung. Mudras stellen bestimmte Bewusstseinszustände bildhaft dar oder können zum Bewusstseinszustand führen, den sie symbolisieren.
Bekannteste Mudras sind das Jnana- und das Chin-Mudra: Die Daumenspitzen berühren die Zeigefingerspitzen, die anderen Finger sind gestreckt. Die Hände liegen locker auf den Oberschenkeln. Zeigen die Finger nach oben zum Himmel, nennt man sie Jnana-Mudra; zeigen die Finger nach unten zur Erde, nennt man sie Chin-Mudra. Symbolisiert die Vereinigung des Menschen mit Gott.

nadi Fluss
feinstoffliche Kanäle, in denen die Lebensenergie zirkuliert, durchziehen den menschlichen Körper. Die drei wichtigsten nadis sind susumna (Hauptkanal), ida (links von susumna) und pingala (rechts von susumna). Die kundalini steigt in der susumna auf.

Patanjali Indischer Weiser, wahrscheinlich um die Zeit Christi. Begründer des klassischen Yoga, der als philosophischer Weg in den Yoga Sutren beschrieben wird.

prana Atem, Lebensenergie

Für Yogis das Lebensmittel schlechthin, das über die Bewegung und Atmung aufgenommen wird.
Das Geschenk des Kosmos an unseren Körper.

raja-yoga raja = Beherrschung; König

raja-Yoga = Yoga der Beherrschung; königlicher Yoga. Königlich deshalb, weil der König Symbol für Herrschaft, Freiheit, Souveränität ist. Der Raja-Yogi ist nicht Sklave seiner Stimmungen, Gefühle, körperlichen Bedürfnisse, Gedanken oder Meinungen.
Einer der vier grossen Yoga-Wege.

pranayama Atem-Beobachtung, -Kontrolle,
-Techniken. Lenkung der Lebenskraft. Die Beobachtung des Atems wird in fast allen grossen mystischen Traditionen als Einstieg in die Meditation genutzt.

samadhi Versenkung, Transzendenz, Zustand der Einheit. Ursprüngliches und letztendliches Ziel im Yoga.

samsara Kreislauf; Kreislauf der Wiedergeburten aller unbefreiten Wesen

sat-cit-ananda Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit.

Transzendenter Zustand als Resultat der Meditation oder/und Befreiung

satsang Zusammen-Sein (mit dem Lehrer/mit der Wahrheit)

susumna die “sehr Gnädige”. Hauptkanal, durch den die kundalini aufsteigt. Der “Königsweg der Energie” verläuft vom unteren Ende der Wirbelsäule bis zum Scheitelpunkt

surya namaskar Sonnengruss

Eine der ältesten Uebungsreihen im Yoga. Ist in ähnlicher Form andeutungsweise überall dort auf der Erde zu finden, wo die Sonne als lebensspendendes Element verehrt wurde und wird (Kelten, Maya, Aegypter). Die ritualisierte Verehrung des äusseren Lichts steht auch für die Wertschätzung des inneren Lichts, des göttlichen Funkens im Menschen

svami Meister, religiöser Lehrer. Religiöser Titel für Mönche und Nonnen

tantra wörtlich Netz, Gewebe
Indisches spirituelles System ab ca. 6. Jh, Hochblüte 10./11. Jh.
Die Wurzeln des Tantrismus reichen wahrscheinlich in die vorarische Zeit (vor 2000 vor Christus). Der Tantrismus setzte sich vom traditionell asketischen Denken ab. Er suchte nicht den Weg aus der Welt, sondern in und mit der Welt. Er breitete sich über nahezu ganz Asien aus und beeinflusste sowohl den Hinduismus als auch den Buddhismus.
Tantrische Riten werden meist mit zahlreichen Hilfsmitteln wie mandalas, yantras (einfaches Mandala), mantras, pujas (Verehrung, Anbetung einer Gottheit) oder mudras vollzogen. Hatha Yoga ist ein Teil der tantrischen Praxis mit dem Ziel der Befreiung.

yoga “Anjochen” oder “anschirren” von Zugtieren vor einen Wagen.

Die menschlichen Sinne sind wie wilde Tiere, die an den “Wagen” des Geistes “angejocht” werden müssen, um Vervollkommnung zu erlangen. So wurde Yoga zum Oberbegriff für eine Fülle von Uebungen.

Die erste Definition von Yoga wird in der Katha Upanishad beschrieben (ca. 4. Jh.vor Christus):

“Wunschlos die Sinne,
die Ströme der Gedanken und Gefühle angehalten,
das Herz voll Frieden.
Dies ist der allerhöchste Zustand,
Yoga wird er genannt.”

yoga sutra Die Yoga Sutra des Patanjali werden heute als der Grundlagentext des Yoga schlechthin angesehen. Herzstück ist der Achtgliedrige Weg. Darin beschreibt Patanjali einen Pfad, den zu befolgen hilft, den Geist zu klären, die Ursachen des Leids zu erkennen und künftiges Leid zu vermeiden. Es ist ein schrittweiser Weg, der zunehmend feinstofflicher wird und nach innen führt.

Die acht Glieder sind:

1. yama
Zügelung, Verbote, äussere Regeln/Ordnung

2. niyama
Gebote, innere Regeln/Ordnung

3. asana
Sitzhaltung

4. pranayama
Atemzügelung/-kontrolle

5. pratyahara
Zurückziehen der Sinne

6. dharana
Konzentration, Sammlung

7. dhyana
Meditation, innere Schau

8. samadhi
Einssein (Ziel im Yoga)


QUELLEN - Der Weg des Yoga, Berufsverband Deutscher Yogalehrer
- Das grosse Yogabuch, Anna Trökes
- Deutsches Yoga-Forum, 4/05


 

 

Ein Gramm Praxis ist
besser als eine Tonne Theorie
(Swami Sivananda)